Awareness

Pudel Club Kodex
Wir erwarten einen respektvollen Umgang.
Toleriert die Grenzen anderer Menschen.
Interaktion nur mit gegenseitiger Zustimmung.
Wir dulden keine Diskriminierung und Gewalt.
Kein aufdringliches Anglotzen und Antanzen.
Kein Fotografieren/Filmen im Club und Garten.
Bitte achtet aufeinander und auf Euch selbst.
Wer diesen Kodex ignoriert, muss gehen.

Fühlst Du dich respektlos behandelt, bedrängt oder benötigst Support?
Bitte sprich uns direkt an der Tür oder Bar an, wir hören Dir zu, glauben Dir und unterstützen Dich jeder Zeit und so gut und schnell es geht!


Google Übersetzer Link: https://kodex.pudel.com


Unterstützungsangebot
Wie macht der Pudel – Handlungsweisen
Awareness Prinzipien, nach denen wir handeln
Erfahrungsschatz
Barrieren im Pudel
Der Pudel auf St. Pauli
Glossar & Begrifflichkeiten


Unterstützungsangebot
Unser Gewaltschutz-Konzept und das Team (auch bekannt als Awareness) möchten dazu beitragen, dass alle im Golden Pudel Club eine schöne und sichere Zeit verbringen können. Ihr tragt dazu bei. Wir wünschen uns einen respektvollen Umgang!

Falls dies einmal nicht der Fall sein sollte, haben wir folgendes Unterstützungsangebot für euch:
  • unterstützende Gespräche, wenn du selbst diskriminierendes oder grenzverletzendes Verhalten erlebst oder beobachtest
  • ein offenes Ohr und kostenlose, anonyme und vertrauliche Gespräche auf Deutsch oder Englisch
  • einen beruhigteren Bereich, wenn du Überforderung verspürst und eine kleine Pause brauchen solltest
Wir arbeiten parteilich und professionell an deiner Seite. Wir treffen keine Entscheidungen über deinen Kopf hinweg. Sprich uns bitte jederzeit an der Tür an – und wenn es schnell gehen muss, auch gerne an der Bar oder Garderobe. Alle sind sensibel im Erstkontakt.

Wenn du uns nach der Nacht im Pudel noch etwas mitteilen möchtest, schreib uns gerne eine Mail an feedback@pudel.com. Deine Mail wird von den Awareness Beauftragten gelesen und vertraulich behandelt.
Danke!


Wie macht der Pudel – Handlungsweisen
Was bedeutet Sicherheit für uns?
Für uns bedeutet Sicherheit, dass alle Menschen im Pudel ihrer Individualität Ausdruck verleihen können, sich zur Musik entfalten können, sich mit Respekt begegnen, voneinander lernen wollen und das ohne Furcht. Uns liegt das möglichst selbstbestimmte Wohlergehen aller Besuchenden sehr am Herzen. Wir geben unser Bestes, das pudelige Nachtleben so sicher wie möglich zu gestalten. Für uns bedeutet Sicherheit auch, die eigenen Grenzen zu kennen und zu wahren (hinsichtlich des Alkoholkonsums z. B.). Doch sind wir uns auch bewusst, dass egal wie ausgeklügelt und durchdacht ein Awareness- und Sicherheitskonzept sein mag, wie transparent darüber kommuniziert wird, dennoch Grenzverletzungen stattfinden können. In diesem Fall stehen wir fest entschlossen an der Seite der Betroffenen und unterstützen sie. Daher sprechen wir auch von Safer Spaces, da es gar unmöglich ist, einen gänzlich sicheren Raum (Safe Space) zu kreieren. Unser Bestreben ist es, dass marginalisierte Menschen, die im Alltag häufig belastende, negative Erfahrungen machen, sich bei uns wohlfühlen, zusammenkommen und austauschen können. An unserer Seite steht eine Community, die seit langer Zeit zusammengewachsen ist und sich immer wieder neuer Gesichter erfreut. Wir möchten diese Community vor Gewalt und Diskriminierung schützen. Dazu gehört es eben auch, darüber zu sprechen und darauf aufmerksam zu machen.

Was bedeutet Gewalt & Diskriminierung für uns?
Diskriminierung bedeutet, Menschen aufgrund bestimmter zugeschriebener Merkmale wie Herkunft, Geschlecht, Behinderung, Hautfarbe, Religion, sexuelle Orientierung etc. zu benachteiligen oder abzuwerten. Dabei ist es egal, ob eine solche abwertende Behandlung aus Feindseligkeit oder Unwissenheit/fehlender Sensibilität erfolgt. Diskriminierung kann viele unterschiedliche Formen annehmen (siehe auch https://tobeaware.org/index.php/awareness-im-nachtleben/begriffe/) und ist in gesellschaftliche Machtverhältnisse eingebettet. Uns ist es wichtig zu betonen, dass Diskriminierung schon bei unangenehmen Blicken, unangebrachten Fragen und respektlosen Nicht-Zuhören anfangen kann.
Gewalt verstehen wir als jedes Verhalten, was Menschen verletzt, schadet oder einschränkt. Gewalt kann körperliche, seelische, verbale, soziale oder strukturelle Formen annehmen. Nicht immer ist Gewalt sichtbar und in unserer Arbeit legen wir den Fokus darauf, was Betroffene als gewaltvoll empfinden und nicht darauf, welche Absicht hinter gewaltvollen Verhalten steht.

Was bedeutet es für uns, dass Menschen sich bei uns sicher fühlen können?
Wir möchten mit dem Pudel einen Begegnungsort schaffen, an dem Menschen miteinander dem Alltag entfliehen können, gemeinsam tanzen und sich entfalten können. Da alle Menschen unterschiedlich geprägt sind und unterschiedliche Erfahrungen machen, kommen im Pudel auch sehr facettenreiche Perspektiven zusammen, was wir als großes Potenzial für Austausch und Miteinander schätzen. Dies gelingt aber nur, wenn, die Bedürfnisse und Grenzen aller Menschen geachtet werden und damit sensibel umgegangen wird. Jeder Mensch hat individuelle Bedürfnisse und Grenzen. Unser Anliegen ist es, dass wir Menschen dabei unterstützen, eine ausgelassene Zeit miteinander zu verbringen und sich dabei möglichst sicher fühlen können. Falls dem mal nicht so ist – bitte sprecht uns an und holt euch Support von uns!


Awareness Prinzipien, nach denen wir handeln
Respekt & Achtsamkeit
Awareness bedeutet einen achtsamen und respektvollen Umgang miteinander und insbesondere mit Betroffenen jeder Form von Grenzverletzung, Gewalt und Diskriminierungen und in Form von Unterstützungsarbeit.

Solidarität mit Betroffenen & Parteilichkeit
Die Bedürfnisse und Grenzen der betroffenen Person stehen im Mittelpunkt. Entscheidungen werden nicht über den Kopf der betroffenen Person hinweg gefällt. Es wird der betroffenen Person aktiv zugehört, sie wird mit ihren Erfahrungen ernst genommen. Diese Erfahrungen werden nicht hinterfragt oder relativiert.

Definitionsmacht
Menschen haben ganz unterschiedliche emotionale und körperliche Grenzen. Daher handeln wir nach dem Prinzip, dass die betroffene Person selbst definiert, was diskriminierend und grenzverletzend für sie ist. Die betroffene Person steht im Fokus, nicht die diskriminierende oder gewaltausübende Person. Die betroffene Person soll ihre Handlungsfähigkeit (Selbstermächtigung) zurückbekommen und sich auf der Veranstaltung sicherer fühlen zu können (subjektives Sicherheitsempfinden stärken).

Vertraulichkeit
Alles wird vertraulich und auf Wunsch anonym gehandhabt, um die betroffene Person zu schützen.

Kritische Machtreflexion
Ein Bewusstsein für gesellschaftliche Machtstrukturen und Hierarchien ist grundlegend, da diese Strukturen auch den Umgang und das Verhalten in der Clubkultur prägen. Es erfordert eine kritische Auseinandersetzung mit eigenen Machtpositionen/Privilegien, vor allem in der Unterstützung von und mit Betroffenen.
Damit soll zu einer Umverteilung der Machtverhältnisse zugunsten der Benachteiligten und zu einem Beenden von Machtmissbrauch beigetragen werden.

Community
Die Community soll durch eine kollektive Verantwortungsübernahme in der Awareness Arbeit gestärkt werden. Das bedeutet also, die Anerkennung, dass Grenzverletzungen und Diskriminierung im eigenen Club stattfinden und dass in diesen Fällen Unterstützung geleistet wird.


Erfahrungsschatz
Erfahrungsschatz: Warum wir wie handeln
  • Grundsätzlich sind alle Menschen bei uns willkommen, wenn sie hinter unseren Werten stehen und danach handeln (Pudel Club Kodex)
  • Wir begrüßen euch an der Tür mit einem kurzen Gespräch zu unserem Sicherheitskonzept – nehmt euch gerne die Zeit dafür
  • So stellen wir sicher, dass alle bezüglich unseres Awareness Konzeptes auf dem aktuellen Stand sind
  • Wer sich nicht an unseren Kodex, und damit an unsere Werte hält, darf leider nicht bei uns tanzen
  • Die Pudel Community ist eine achtsame und wertschätzende – (ver-)lernt voneinander, gebt aufeinander Acht und holt euch bei uns Hilfe, wenn nötig
  • Die Sicherheit marginalisierter Communities liegt uns sehr am Herzen, weshalb dieses Anliegen auch unsere Tür-/Selektionspolitik beeinflussen kann – falls du mal abgewiesen werden solltest, weißt du jetzt warum wir so handeln
  • Auch wir als Team (ver-)lernen nie aus und freuen uns über Kritik
  • Wir wünschen uns ebenso, dass unsere Gäst*innen kritikfähig sind und ihre Privilegien/Machtpositionen kritisch hinterfragen
  • Wir wollen gemeinsam aus Fehlern lernen und uns hinsichtlich unserer Unterstützungsarbeit verbessern
  • Wir reflektieren regelmäßig unsere Awareness Arbeit und verstehen diese Arbeit als prozesshaft
  • Wir als Team versuchen uns im Bereich der Awareness Arbeit und des Gewaltschutzes regelmäßig auszutauschen und fortzubilden
  • Das machen wir z. B. in Team Meetings, Feedback-Strukturen, Teilnahmen an Awareness Workshops/Formaten und im generellen Austausch miteinander
Wir möchten Menschen, die respektlos behandelt werden und Diskriminierung oder Gewalt erfahren, ermutigen, sich bei uns Hilfe und Unterstützung zu holen, denn nur so können wir auch Support in diesen Situationen leisten.

Wir freuen uns, dass mehr und mehr Betroffene den Mut haben, ihre Gewalt-/Diskriminierungserfahrung sichtbar zu machen. Das ist eine tolle und mutige Entwicklung unserer Gesellschaft. Gleichzeitig ist es sehr herausfordernd für uns, mit externen Fällen, die nicht bei uns in unseren Räumlichkeiten stattgefunden haben, umzugehen, da auch unsere Kapazitäten begrenzt sind und wir unsere Awareness Arbeit nicht als Dienstleistung für Externes verstehen. Wir als Awareness tragen große Verantwortung und merken selbst immer wieder wie anstrengend diese Arbeit ist. Wir vernehmen zunehmend eine Dynamik von Cancel Culture in unserer gesamten Gesellschaft, was auf jeden Fall für einen kurzfristigen Umgang mit Situationen helfen kann, aber langfristig im Sinne der kollektiven Verantwortung und transformativer Gerechtigkeit wenig tragbar ist. Uns liegt das aber sehr am Herzen, da wir auch häufig schon miterleben konnten und durften, dass Bereitschaft zu Veränderung und voneinander (Ver)Lernen da ist. Wenn tatausübende Personen ihr grenzverletzendes Verhalten reflektieren, Bereitschaft, Einsicht und Verständnis zeigen, kann es die Möglichkeit geben, wenn die betroffene Person sich unterstützt und geschützt fühlt (!), eine Aufarbeitung anzustoßen. Diese Arbeit können wir leider nicht leisten. Deshalb findet ihr im Folgenden ein paar Links, die euch bei der Aufarbeitung und Auseinandersetzung helfen können. Auch für uns ist das alles noch „neu“ und wir lernen gerade auch sehr viel dazu.

https://www.transformativejustice.eu/de/
https://awarenetz.org/was-ist-transformative-gerechtigkeit/

https://tobeaware.org/index.php/tba/roundtable-awareness-teilhabe/roundtable-8/

Beratung: https://hamburgergewaltschutzzentrum.de/beta.html


Barrieren im Pudel
Unser Lichtkonzept umfasst eher warmes, unaufgeregtes Licht. Falls bei einer Veranstaltung ein anderes reiz-starkes Lichtkonzept genutzt wird, was Barrieren und Herausforderungen für neurodivergente Personen mit sich bringt, wird durch Schilder am Eingang darauf hingewiesen.
Da der Pudel eine eher kleine Location ist, haben wir nicht die Möglichkeit beruhigte reizarme Rückzugsorte zu gewähren. Im Sommer bietet sich dafür aber der Garten an, da es dort nicht so laut ist und reizarmes Licht herrscht.

Wir können keine Barrierefreiheit garantieren. Aber:
Für rollstuhlfahrende Menschen ist es möglich, unseren Club zu besuchen. Wir haben eine andere Zugangsmöglichkeit ohne Treppenstufen, aber mit kleinen Erhebungen, die erfahrungsgemäß leicht zu überwinden sind. Es ist auch möglich, eine der Toiletten (evtl. mit Hilfe) aufzusuchen. Sprecht uns für diese Möglichkeiten gerne an der Tür an, dann machen wir das möglich. Zudem ist die Tresenhöhe auf der rechten Seite der Bar niedrig, sodass dort auch bestellt werden kann.

Die unterstützende Begleitperson von einer behinderten Person muss keinen Eintritt zahlen. Sagt uns dazu bitte an der Tür Bescheid.

Im Team beherrschen wir neben der Sprache Deutsch auch Englisch. Manche Teamer*innen können auch Französisch, Spanisch, Russisch oder Italienisch. Unser Pudel Kodex kann mit einem QR Code in jede Sprache übersetzt werden.


Der Pudel auf St. Pauli
Der Pudel auf St. Pauli
Der Pudel befindet sich auf St. Pauli, direkt neben dem Park Fiction unter Palmen aus Plastik. Hier ist immer viel los, was wir sehr lieben. Das Viertel steht für Zusammenhalt und Miteinander. St. Pauli ist seit jeher von Migration geprägt und soll ein vielfältiger, solidarischer Stadtteil bleiben. Wo der Pudel sich befindet, ist als polizeiliche Sonderzone und sogenannter “gefährlicher Ort” und damit als “Gefahrenzone” deklariert. Das bedeutet, dass willkürliche polizeiliche Kontrollen erfolgen können, rassistisches Profiling durch die Polizei stattfindet, unverhältnismäßige Polizeipräsenz vorhanden ist und häufig Polizeigewalt vor allem gegenüber People of Color zu beobachten ist. Wir als Golden Pudel Club positionieren uns dazu und haben die Forderungen der Initiative St. Pauli für Alle unterzeichnet. Diese setzt sich für ein vielfältiges und sichereres St. Pauli ein.
Alle Forderungen und Infos zu der Initiative findet ihr auch hier:
https://www.stpauli-fuer-alle.de/


Glossar & Begrifflichkeiten
Glossar & Begrifflichkeiten
https://tobeaware.org/index.php/awareness-im-nachtleben/begriffe/
https://awareness-akademie.de/glossar/

Awareness Standards, an denen wir uns orientieren
https://awareness-standards.info/

Awareness Handlungsempfehlungen von to be aware
https://tobeaware.org/wp-content/uploads/2025/10/250625_handlungsempfehlungen_tbaxck.pdf

Beratungsstellen Sammlung
https://wtf-stpauli.org/#beratungsste